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Solarstrom und erneuerbare Energien: Trends für 2019

Peter Thiele, President Sharp Energy Solutions Europe, über die Entwicklung von Solarmodultechnologie und erneuerbaren Energien im kommenden Jahr und Jahrzehnt.

Steigendes Bewusstsein

In den nächsten 12 bis 24 Monaten werden Solarstrom und andere erneuerbare Energien noch stärker in der Mitte der Gesellschaft ankommen. Wir gehen davon aus, dass das Bewusstsein für diese Themen weiter wächst und die Menschen die Vorteile der dezentralen Erzeugung und Eigennutzung von Strom zunehmend erkennen.

Brachflächen als Solarparks

Im gewerblichen Bereich erwarten wir eine Ausbreitung größerer Solarkraftwerke auf nicht mehr genutzten Flächen. So lassen sich etwa alte Militärstützpunkte oder Flughäfen problemlos in Photovoltaikanlagen umwandeln. Gleichzeitig wird die Politik noch sensibler für die rechtlichen Voraussetzungen, die zur Förderung erneuerbarer Energien geschaffen werden müssen.

Leistungsfähigere Module

Die in Photovoltaikmodulen eingesetzte Zelltechnologie ist bereits relativ ausgereift, wird künftig aber noch weiter verbessert, um die Effizienz und Modulleistung zu erhöhen.

 In unseren Modulen setzen wir stets die neuesten Technologien ein. Dabei entwickeln wir immer effektivere Module mit einer immer höheren Effizienz, die es uns ermöglichen, die Markterwartungen zu erfüllen. Die in unseren Photovoltaikmodulen verwendeten Solarzellen durchlaufen derzeit also eine echte Revolution.

Üblicherweise bestehen Solarmodule aus kristallinen Zellen mit elektrischen Kontakten an der Ober- und Unterseite, die auf einer Siliziumschicht angebracht sind. Zur Steuerung des Stromflusses sind Gitterlinien an der Oberseite erforderlich, die jedoch häufig die Absorption von Sonnenlicht beeinträchtigen. Führende Unternehmen - darunter auch Sharp - haben deshalb die so genannte Back-Contact-Technologie entwickelt, bei der sich sämtliche Kontakte auf der Modulrückseite befinden. So entsteht keine Verschattung an der Oberseite, was die Moduleffizienz deutlich verbessert.

Effizientere Strings sorgen für Kosteneinsparung

Für größere Freiflächen-Solarkraftwerke werden künftig verbesserte Modelle zur Anordnung von Strings entwickelt. Darunter versteht man mehrere in einer Reihenschaltung verschaltete Solarmodule. Vor einigen Jahren begannen wir mit Systemspannungen von maximal 600 Volt, sodass bis zu zwölf Module in Reihe geschaltet werden konnten. Derzeit sind wir bei etwa 1.000 Volt - Tendenz steigend. Neuere Entwicklungen steuern sogar auf Spannungen von bis zu 1.500 Volt zu. In absehbarer Zukunft wird ein angeschlossener String also aus bis zu 25 Modulen bestehen, wobei lediglich das letzte Modul der Reihe an den Wechselrichter angeschlossen wird. Dies ermöglicht enorme Kosteneinsparungen.

Erneuerbare Energien als Standard

In den Industrieländern spielen Photovoltaik und andere erneuerbare Energien eine immer wichtigere Rolle. Im Baubereich wird die Einführung dieser Technologien in Zukunft zur Vorschrift werden – das heißt, dass bei sämtlichen Neubauten Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern und Energiemanagement-Systemen installiert werden müssen.

Privatverbraucher

Bei Heizungen in Wohnhäusern geht der Trend weg von Gaskesseln & Co. hin zu nachhaltigeren Energiequellen, insbesondere Photovoltaik. Auch im Bereich Mobilität ist ein tiefgreifender Wandel zu beobachten. Zum Beispiel werden die Menschen innerhalb der Stadt zunehmend E-Bikes statt Autos benutzen. Wenn sie ein Auto benötigen, wird dies immer häufiger ein Elektrofahrzeug sein, das sie in drei bis fünf Jahren mit ihren eigenen dezentralen Energiesystemen laden können.

KI und IoT: Dezentrale Selbstverwaltung

Die Effizienz von kleinen, privaten Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern wird weiter steigen. So werden beispielsweise neue Batterietechnologien mit neuen chemischen Stoffen eingeführt, die einen höheren Wirkungsgrad bieten.

Zudem werden die Systeme durch die fortschreitende Digitalisierung immer intelligenter. Dementsprechend ist es sehr wahrscheinlich, dass sie künftig miteinander kommunizieren und sich dezentrale Geräteflotten selbst verwalten, um eine stabile Einspeisung ins Stromnetz zu gewährleisten.

Die Systeme der Zukunft werden zudem eine höhere Konnektivität aufweisen. Die Menschen können so den erzeugten Strom selbst zu nutzen und bestimmen, wo im Haus er verwendet werden soll. Wenn sich also, wie von uns angenommen, das Elektroauto durchsetzen wird, kann es mit grünem Strom aus eigener Herstellung geladen werden. Während sich ein E-Auto hervorragend für kürzere Fahrten eignet, können die Menschen für längere Reisen mit Ökostrom betriebene Züge benutzen.

Neue Geschäftsmodelle für die Zukunft

Digitalisierung und Dezentralisierung werden zudem Raum für neue Geschäftsmodelle im Bereich der Peer-to-Peer-Stromlösungen bieten. So wird es möglich sein, den selbst erzeugten Strom an eine andere Person zu verkaufen. Die Bezahlung kann beispielsweise in Kryptowährungen erfolgen, die auf der Blockchain-Technologie basieren. Dies mag sich heute noch nach Zukunftsmusik anhören, da das dazwischengeschaltete Stromnetz gewartet und durch Stromkunden finanziert werden muss. Doch bereits jetzt entstehen immer mehr dieser Geschäftsmodelle.

Steigende Nachfrage nach sauberem Strom

Innerhalb des nächsten Jahrzehnts wird sich der Energiemarkt grundlegend verändern. Wegen der steigenden Nachfrage der Verbraucher nach umweltfreundlicheren Produkten wird die Nachfrage nach Solarstrom und anderen erneuerbaren Energien immer weiter steigen. Versorgungsunternehmen sind demzufolge gezwungen, umweltfreundlichere und sauberere Stromalternativen anzubieten. Gleichzeitig werden Regierungen auf der ganzen Welt Gesetze zur Förderung erneuerbarer Energien verabschieden müssen.

Das alles wird dazu führen, dass erneuerbare Energien fester Bestandteil unseres Alltags werden und der Großteil des Stroms von den Verbrauchern selbst dezentral produziert wird.

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KATE LAWSON
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kate.lawson@sharp.eu

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